Viele Menschen achten beim Bettenkauf auf Design, Matratzenqualität und Liegekomfort – die Betthöhe wird jedoch oft unterschätzt. Dabei spielt sie eine entscheidende Rolle für ergonomisches Sitzen und Aufstehen. Die richtige Ausstiegshöhe aus dem Bett erleichtert den Alltag, schont Gelenke und Wirbelsäule und steigert den Komfort deutlich. In diesem Beitrag erfährst du, wie man die ideale Höhe berechnet und welche Faktoren sie beeinflussen.
Warum die Ausstiegshöhe so wichtig ist
Eine Matratze, die zu niedrig oder zu hoch liegt, kann das Aufstehen beschwerlich machen. Besonders Menschen mit Rücken- oder Knieproblemen merken das sofort: Entweder müssen sie sich mühsam hochdrücken oder finden keinen stabilen Stand beim Aufstehen. Die optimale Ausstiegshöhe sorgt dafür, dass der Bewegungsablauf natürlich bleibt – ähnlich wie beim Aufstehen von einem Stuhl.
- Gesünderes Aufstehen: Weniger Belastung für Knie und Rücken.
- Mehr Komfort: Kein tiefes „Hinunterfallen“ beim Hinsetzen.
- Sicherheit: Stabiler Stand beim Aufstehen – besonders im Alter wichtig.
Wie berechnet man die ideale Ausstiegshöhe?
Die Faustregel lautet: Die Sitzhöhe des Bettes sollte der Höhe des unteren Knies entsprechen. So kannst du beim Aufstehen beide Füße flach auf den Boden stellen und hast einen sicheren Stand.
So berechnest du deine individuelle Höhe:
- Zieh dir normale Hausschuhe oder Socken an, wie du sie auch im Alltag trägst.
- Stell dich aufrecht hin und miss die Höhe vom Boden bis zur Kniekehle.
- Dieses Mass entspricht ungefähr der idealen Ausstiegshöhe deines Bettes.
Beispiel: Bei einer Körpergrösse von 174 cm liegt die ideale Sitzhöhe meist zwischen 45 und 50 cm.
Welche Faktoren beeinflussen die Betthöhe?
Die Gesamthöhe eines Bettes setzt sich aus mehreren Elementen zusammen. Um die optimale Ausstiegshöhe zu erreichen, müssen diese Komponenten aufeinander abgestimmt sein:
- Bettrahmenhöhe: Je nach Modell zwischen 25 und 50 cm.
- Lattenrost: Baut meist 4–10 cm auf.
- Matratzenhöhe: Abhängig vom Typ, meist 18–30 cm.
- Topper (optional): 4–10 cm zusätzliche Höhe.
Aus all diesen Werten ergibt sich die Gesamthöhe – und damit die tatsächliche Sitzhöhe des Bettes.
Praktische Tipps zur Anpassung der Höhe
Nicht jedes Bett passt auf Anhieb perfekt. Mit ein paar einfachen Anpassungen kannst du aber die ideale Höhe erreichen:
- Lattenrost tiefer oder höher einsetzen: Viele Bettrahmen bieten unterschiedliche Einlegehöhen.
- Matratzenhöhe bewusst wählen: Eine höhere Matratze kann ein zu niedriges Bett ausgleichen.
- Topper ergänzen: Für Feinanpassungen von wenigen Zentimetern bestens geeignet.
- Bettfüsse tauschen: Manche Modelle erlauben längere oder kürzere Füße.
Einfache Faustregel für die richtige Ausstiegshöhe
Am leichtesten merkst du dir die ideale Höhe mit einer simplen Faustregel: Sobald deine Beine beim Sitzen auf der Bettkante in einem Winkel von unter 90° stehen, ist das Bett zu niedrig.
In dieser Position musst du dich beim Aufstehen stärker mit den Armen abstützen und die Knie sowie den Rücken stärker belasten. Befindest du dich hingegen in etwa auf Kniehöhe, entsteht ein angenehmer 90°-Winkel – und du kannst dich beim Aufstehen vor allem aus der Kraft deiner Oberschenkel heraus hochdrücken. Das ist deutlich gesünder und fühlt sich natürlicher an.
Tipp: Setz dich beim Probesitzen einfach hin, stell beide Füsse flach auf den Boden und achte auf den Winkel. Liegt er deutlich unter 90°, solltest du über eine Anpassung der Betthöhe nachdenken.
Fazit – die perfekte Ausstiegshöhe sorgt für Komfort und Gesundheit
Die optimale Ausstiegshöhe liegt genau dort, wo du dich wie beim Aufstehen von einem Stuhl sicher abstützen kannst. Als Orientierung dient die Höhe deiner Kniekehle. Je nach Körpergrösse sind das meist 45 bis 55 cm. Prüfe bei deinem Bett, ob Rahmen, Lattenrost und Matratze zusammenpassen – und nimm bei Bedarf kleine Anpassungen vor. So kombinierst du ergonomischen Komfort mit langfristiger Gesundheit.
Tipp: Wenn du unsicher bist, setz dich beim Bettenkauf einfach einmal probeweise auf die Kante – deine Beine sollten dabei locker in einem 90°-Winkel stehen, ohne dass du ins Bett „hinunterfallen“ oder dich mühsam hochdrücken musst.