Matratze reinigen: Schritt für Schritt und Fleck für Fleck
Sauge die Oberfläche regelmässig ab und lüfte die Matratze bei jedem Bettwäschewechsel. Flecken tupfst du mit einem leicht feuchten Tuch und mildem Reinigungsmittel ab, ohne zu reiben; die Matratze darf nie durchnässen.
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Kurz gesagt
Jeden Morgen: Mach das Bett nicht sofort, damit die Matratze unbedeckt auslüften kann.
Etwa alle 3 Monate: Wende oder drehe die Matratze.
Bei Blutflecken: Nimm zuerst kaltes Wasser, denn über 40 Grad setzt sich Eiweiss im Stoff fest.
Zur Vorbeugung: Ein waschbarer Schoner nimmt den Fleck statt der Matratze auf und kommt in die Wäsche.
Wie oft sollte ich meine Matratze reinigen?
Wie oft, hängt von der Aufgabe ab: lüften bei jedem Bettwäschewechsel, wenden oder drehen etwa alle 3 Monate, eine Grundreinigung ein- bis zweimal im Jahr. Die Abstände im Überblick:
Jeden Morgen: Mach das Bett nicht sofort. Schlag das Bettzeug zurück und lass die Matratze beim Lüften unbedeckt, damit die Feuchtigkeit der Nacht entweichen kann.
Regelmässig: Sauge die Oberfläche ab oder bürste sie ab.
Bei jedem Bettwäschewechsel: Lüfte die Matratze.
Etwa alle 3 Monate: Wende oder drehe die Matratze.
Ein- bis zweimal im Jahr: Mach eine Grundreinigung; Öko-Test nennt das als groben Richtwert, der in der Regel ausreicht. Einen milbendichten Bezug wäschst du im selben Abstand, wie es aha! Allergiezentrum Schweiz empfiehlt.
Einmal im Jahr: Lass die Matratze mehrere Stunden draussen an einem schattigen Ort auslüften, rät die Konsumentenzeitschrift K-Tipp.
Wie reinige ich eine Matratze Schritt für Schritt?
Eine Grundreinigung besteht aus fünf Handgriffen: Bezug waschen, absaugen, Flecken abtupfen, lüften, wenden. Die Matratze darf dabei nie durchnässen.
Bezug oder Schoner abnehmen. Ist er abnehmbar und laut Pflegeetikett waschbar, kommt er in die Waschmaschine. Die Temperatur steht auf dem Etikett.
Oberfläche absaugen. Sauge die Liegefläche ab oder bürste sie ab. Klopf die Matratze nicht aus: Dabei kann sie laut K-Tipp Schaden nehmen.
Flecken abtupfen. Nimm ein leicht feuchtes Tuch und mildes Reinigungsmittel und tupfe, ohne zu reiben. Mehr dazu im Abschnitt Flecken entfernen.
Lüften. Lass die Matratze danach unbedeckt, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
Wenden oder drehen. Eine beidseitig nutzbare Matratze wendest du etwa alle 3 Monate und drehst sie dabei um 180 Grad. Eine Matratze mit fester Liegeseite drehst du nur, etwa alle 3 bis 6 Monate.
Beidseitig nutzbare Matratze: wenden und drehen. Matratze mit fester Liegeseite: nur drehen.
Wie entferne ich Flecken aus der Matratze?
Tupfe einen Fleck sofort mit Haushaltspapier ab und reibe nicht: Frisch geht er deutlich leichter heraus als eingetrocknet, und beim Reiben arbeitest du ihn in den Stoff ein.
Danach gilt für jeden Fleck dieselbe Grundregel: ein leicht feuchtes Tuch, mildes Reinigungsmittel, tupfen statt reiben, und die Matratze darf nie durchnässen. Was bei Urin, Blut, Schweiss, Erbrochenem und Getränken dazukommt, steht in den Karten darunter.
Urin
Sofort tun
Mit einem saugfähigen Tuch aufnehmen, dann trockentupfen.
Mittel
Eine Lösung aus Wasser, Essig und Spülmittel, danach mit Wasser nachwischen. Das reicht laut VerbraucherService Bayern bei Polstern, solange der Urin nicht tief eingedrungen ist.
Vermeiden
Abwarten: Ist der Urin tief ins Polster gedrungen, braucht es laut VerbraucherService Bayern eine Fachfirma mit Spezialgerät und Enzymreiniger.
Blut
Sofort tun
Mit Haushaltspapier abtupfen.
Mittel
Kaltes Wasser auf einem leicht feuchten Tuch, zuerst und vor jedem Reinigungsmittel.
Vermeiden
Warmes Wasser: Über 40 Grad gerinnt Eiweiss und setzt sich im Stoff fest.
Schweiss und gelbe Flecken
Sofort tun
Früh behandeln und nur feucht arbeiten, nicht durchnässen.
Mittel
Mildes Spülmittel mit Wasser auf einem Tuch, dann mit klarem Wasser nachtupfen und rasch trocknen lassen. Für alte Schweissflecken auf Polstern aus Baumwolle oder Leinen nennt die University of Georgia Extension zusätzlich verdünnten weissen Essig (1 Teil Essig, 2 Teile Wasser).
Vermeiden
Zu viel Wasser: Auf Polsterstoff kann es einen Rand hinterlassen. Prüfe jedes Mittel zuerst an einer unauffälligen Stelle.
Erbrochenes
Sofort tun
Sofort aufnehmen und abtupfen, nicht reiben. Dann zuerst mit kaltem Wasser behandeln.
Mittel
Danach ein mildes Reinigungsmittel, das der Hersteller für den Bezug zulässt: Für Polster nennt die US-Gesundheitsbehörde CDC ein vom Hersteller zugelassenes Reinigungsmittel.
Vermeiden
Heisses Wasser am Anfang: Erbrochenes ist laut Iowa State University Extension ein Eiweissfleck, und Hitze setzt ihn im Stoff fest. Sitzt der Fleck tief, nässe nicht weiter, sondern frag eine Fachfirma für Polsterreinigung.
Getränke
Sofort tun
Mit Haushaltspapier abtupfen, solange der Fleck frisch ist.
Mittel
Wasser und etwas Seife auf einem leicht feuchten Tuch.
Vermeiden
Salz, Zitrone und Natron: In einem Versuch der Stiftung Warentest mit Espresso- und Rotweinflecken auf Baumwolle halfen sie kaum.
Welche Hausmittel helfen, und welche schaden?
Belegt ist wenig: In einem Versuch der Stiftung Warentest wirkte von vier Hausmitteln nur flüssige Handseife gut gegen frische Flecken; Salz, Zitrone und Natron halfen kaum.
Geprüft wurden frische Espresso-, Gras-, Pesto- und Rotweinflecken auf Baumwolle, die danach in die Waschmaschine kam. Eine Matratze lässt sich nicht auswaschen, das Ergebnis lässt sich deshalb nicht eins zu eins übertragen. Für Salz, Zitrone oder Natron spricht es aber nicht.
Gegen Gerüche rät Öko-Test zu Natron als Trockenreinigung: aufstreuen, einige Stunden einwirken lassen, dann absaugen oder abbürsten. Natron neutralisiere unangenehme Gerüche, und die Matratze wird dabei nicht nass. Auch der VerbraucherService Bayern nennt Natron gegen Gerüche in Polstern; die Stelle muss vor dem Aufstreuen ganz trocken sein. Einen Test nennt keiner der beiden.
Schaden kann jedes Mittel, das die Matratze nass macht: Sie darf nie durchnässen. Arbeite immer mit einem leicht feuchten Tuch.
Was hilft gegen Milben in der Matratze?
Gegen Milben helfen vor allem ein trockenes, kühles Schlafzimmer, heiss gewaschene Bettwäsche und ein milbendichter Bezug.
Hausstaubmilben leben laut Umweltbundesamt vor allem in Matratzen und Bettzeug, ernähren sich von Hautschuppen und mögen es feucht und warm. Daraus ergibt sich die Pflege:
Trocken halten: Mach das Bett morgens nicht sofort und lüfte das Schlafzimmer mehrmals täglich 5 bis 10 Minuten. aha! Allergiezentrum Schweiz nennt als Ziel eine Luftfeuchtigkeit unter 50 Prozent.
Kühl schlafen: aha! Allergiezentrum Schweiz nennt höchstens 20 Grad im Schlafzimmer, das Umweltbundesamt höchstens 18 Grad.
Heiss waschen: Bettwäsche bei mindestens 60 Grad, laut aha! Allergiezentrum Schweiz jede Woche.
Dicht beziehen: Ein milbendichter Bezug (Encasing) verhindert, dass Milben in die Matratze eindringen. Er wird ein- bis zweimal im Jahr gewaschen.
Auf Milbensprays solltest du laut Umweltbundesamt verzichten: Die Wirkstoffe waschen sich aus und belasten die Umwelt.
Umschliesst die Matratze ganz und ist bis 95 °C waschbar.
Was tun bei Schimmel oder Stockflecken?
Bei Schimmel reicht Reinigen oft nicht: Entscheidend ist, die Feuchtigkeit abzustellen.
Stockflecken oder Schimmel?
Verlass dich nicht darauf, dass Stockflecken harmlos sind oder sich sicher von Schimmel abgrenzen lassen. Die Verbraucherzentrale NRW nennt den Satz «Das sind doch nur Stockflecken, das ist kein Schimmel» einen Irrtum: Jeder Schimmelbelag fängt klein an. Das Bundesamt für Gesundheit führt Stockflecken, also Verfärbungen, als Anzeichen für Feuchtigkeit oder Schimmel auf. Bei grossflächigen Verfärbungen oder deutlich wahrnehmbarem Schimmelgeruch solltest du einen möglichen Schimmelbefall abklären lassen.
Das Umweltbundesamt hält fest, dass bei Schimmel geklärt und abgestellt werden muss, woher die Feuchtigkeit kommt. Bei einer Matratze heisst das Luft von unten und von oben; wie sie die bekommt, steht im Abschnitt Vorbeugen.
Auch eine Matratze ist Polster und Textil. Schimmel kann laut Umweltbundesamt tief in ein Polster eindringen; eine Reinigung ist dann oft nicht mit vertretbarem Aufwand möglich, und im Zweifel ist Entsorgen besser. Flecken und Gerüche, die Schimmel in Textilien hinterlässt, lassen sich unter Umständen nicht mehr entfernen.
Polstermöbel und Textilien lassen sich laut Verbraucherzentrale nur schwer von Schimmelpilzen befreien und können oft nur entsorgt werden.
Wie beuge ich Flecken und Feuchtigkeit vor?
Ein abnehmbarer, waschbarer Bezug oder ein Matratzenschoner erleichtert die Pflege deutlich: Er nimmt den Fleck auf und kommt in die Wäsche.
Ein Schoner lohnt sich ab der ersten Nacht, wenn du eine neue Matratze im Probeschlafen testest: Für eine Rückgabe darf sie keine Schäden und keine Verschmutzungen aufweisen, sonst kann der Betrag reduziert werden.
Gegen Feuchtigkeit hilft Luft. Der Körper gibt pro Nacht rund einen halben Liter Feuchtigkeit ab; ohne Luftzirkulation staut sie sich in der Matratze. Der Lattenrost belüftet die Matratze von unten. Nutze den Platz unter dem Bett deshalb nicht als Stauraum und lass das Bett tagsüber unbedeckt.
Hält Flüssigkeit von der Matratze fern: eine Frottee-Oberfläche über einer wasserdichten Membran, laut Produktseite bis 90 °C waschbar.
Reinigen oder ersetzen: wann lohnt es sich nicht mehr?
Tausche die Matratze aus, wenn sichtbare Mulden bleiben, du schlechter schläfst als früher oder morgens verspannt aufwachst. Daran ändert keine Reinigung etwas.
Eine Matratze hält üblicherweise 7 bis 10 Jahre, hochwertige Modelle auch länger. Auch das Umweltbundesamt nennt sieben bis zehn Jahre als Abstand, in dem eine Matratze erneuert werden sollte. Was bei Schimmel gilt, steht im Abschnitt dazu.
Kaufe danach nicht blind dasselbe Modell nach: Körper und Schlafgewohnheiten ändern sich, ein neuer Test lohnt sich.
Fazit
Eine Matratze bleibt mit wenig Aufwand sauber: regelmässig absaugen, bei jedem Bettwäschewechsel lüften, etwa alle 3 Monate wenden. Flecken tupfst du sofort ab, mit wenig Wasser und ohne zu reiben. Ein waschbarer Schoner erleichtert die Pflege deutlich; bleiben sichtbare Mulden, ist es Zeit für eine neue Matratze.
Häufige Fragen
Soll ich die Matratze absaugen oder ausklopfen?
Absaugen oder abbürsten, nicht ausklopfen: Beim Ausklopfen kann die Matratze laut K-Tipp Schaden nehmen. Entstaube sie stattdessen in regelmässigen Abständen mit der Bürste oder dem Staubsauger.
Lohnt sich eine professionelle Matratzenreinigung?
Dazu gibt es wenig Geprüftes. Die Stiftung Warentest hat 2003 einen Reinigungsdienst getestet, der ins Haus kommt: Auf der Liegefläche fand sie danach kaum noch Milbenallergene, Bakterien oder Schimmelpilze, an der Seite der Matratze blieben reichlich Milbenallergene zurück. Von der beworbenen Tiefenwirkung fand sie nichts. Der Test ist alt und betrifft einen einzelnen Anbieter.
Darf ich die Matratze mit dem Dampfreiniger oder einem Waschsauger reinigen?
Mit dem Dampfreiniger besser nicht: Kärcher, selbst Hersteller solcher Geräte, rät davon ab, Matratzen zu bedampfen, weil ihnen zu viel Nässe schadet. Für hartnäckige Flecken nennt Kärcher den Waschsauger, auch Sprühextraktionsgerät genannt: Er sprüht Wasser mit Reinigungsmittel auf und saugt beides zusammen mit dem Schmutz wieder ab. Auch dabei gilt: Die Matratze darf nie durchnässen.
Autor
Kai Mildenberger
Freier Fachautor für Matratzen und Bettwaren
Geprüft von Oliver Klotzbach, Leiter E-Commerce bei Mara Vital
Quellen
Umweltbundesamt: Hausstaubmilbe: wo Milben leben, Lüften, Luft von unten, Waschtemperatur, Bezüge, Milbensprays, sieben bis zehn Jahre